Krieg ist schrecklich. Er sollte mit allen Mitteln verhindert werden!
Unter „mit allen Mitteln“ verstehen einige aber nur, vor allem „mit Waffen“.
Ich kann mich noch gut an den Fall des eisernen Vorhangs erinnern. Die Menschen lagen sich vor Freude in den Armen.
Alle dachten, der Kalte Krieg ist vorbei. Songs wie „Wind of Change“ waren ein riesengroßer Erfolg, auch in Russland.
Die Sowjet-Armee zog sich freiwillig aus allen Staaten des Warschauer Pakts zurück.
Das muss ein Schock für westliche Strategen gewesen sein. Wer zieht sich schon freiwillig zurück, wenn er militärisch nicht dazu gezwungen wird?
Gut, viele Ostdeutsch haben damals Geschenkpakete für die abziehenden Truppen gesammelt. 😉
Der Westen hätte jetzt sagen können, gut wir lösen auch die NATO auf. Stattdessen wurden immer neue Bedrohungsszenarien entworfen, die das Bündnis weiter rechtfertigen sollten. Wenn sich die Russen so leicht geschlagen geben, dann führen sie doch was im Schilde?
Also musste man die ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes auf das seltsame Verhalten hinweisen.
In diesen Ländern fand man dann auch einflussreiche Helfer, die angeblich noch offene Rechnungen mit den Russen hatten.
Und so kam es, dass ein Staat nach dem anderen in die NATO aufgenommen wurde.
Selbst der Kreml-Chef Boris Jelzin hat in den 90ern den Wunsch zu einem NATO-Beitritt geäußert.
Die NATO begründete die Ablehnung damals mit dem friedlichen Charakter der NATO und deshalb sollte sich Herr Jelzin keine Sorgen machen.

In der Ukraine war alles etwas anders. Hier leben Ukrainer und Russen zusammen in einem Land.
Viele Ukrainer fühlen sich mehr dem Westen und der NATO verbunden und die Russen fühlen sich eher Russland zugehörig.
Der Westen und die NATO unterstützen seither eine ukrainische Regierung, die sich einen NATO-Beitritt wünscht, aber nicht alle ukrainischen Bürger vertritt.
Das ist der Grund für einen seit 2014 tobenden Bürgerkrieg im Osten der Ukraine.
Wir, der Westen, unterstützten, wohl wissend um den ethnischen Konflikt, vorbehaltlos diesen Bürgerkrieg im Osten der Ukraine.
Auch wissen wir, dass die ukrainische Regierung der Entwaffnung der Ostukraine nicht zustimmt und die von Russland besetzten Gebiete unter allen Umständen zurückhaben will.

Bloß gut, dass wir bei den Guten sind.